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biotrieb Pflanzenölfahrzeuge

Mittlerweile haben wir mehr als 250 PKWs, Traktoren, LKWs und Aggregate auf den Betrieb mit Pflanzenöl umgerüstet. An dieser Stelle werden nur einige unserer "Schlüsselumbauten" gezeigt, bzw. von uns umgebaute Fahrzeuge, die wir auch mit Fotos dokumentiert haben. Leider hinken wir mit der Dokumentation der besonderen Umbauten immer ein wenig nach - bitte dafür um Verständnis.

 

 


Chevrolet Van G30

Motor: 8 cyl., 6.5 Liter, 160 PS

Mit neuer Software im eigens entwickelten Computer und jeder Menge hochwertiger Bauteile wird auch der Chevy Van mit der heiklen Stanadyne-Einspritzpumpe zum zuverlässigen Alltags-Pflanzenölauto.

Die Nachlaufautomatik läßt den Motor so lange nicht abstellen, bis ausreichend - in diesem Falle 40 Sekunden lang - mit Diesel gespült wurde. Das bedeutet in der Praxis, dass der Fahrer/die Fahrerin trotz 2-Tank-Systems nicht länger daran denken muss, ob er/sie mit Pflanzenöl oder Diesel fährt. In Automatik-Stellung übernimmt der Computer das Umschalten von Diesel auf Pflanzenöl und wieder zurück.







Terex Fuchs Radlader

Motor: Deutz, 4,04 Liter Hubraum, 84 kW

Der Terex Lader wird vom Gemeindeverband Scheibbs zum Umladen von Müll in Container verwendet. Der dortige Bauhof nimmt den vorsortierten Müll der Bürger entgegen und teilt ihn in die einzelnen Wiederverwertungsbereiche auf.

Das Projekt wurde vom Verein BIENE (Bio Energie NEtzwerk Niederösterreich) initiiert, biotrieb betreute das Projekt als Technischer Berater.

Der Lader wird am Morgen in Betrieb genommen und arbeitet dann i. d. Regel einige Stunden durch. Damit er im Standgasbetrieb und bei leichten Arbeiten in den Diesel-Modus schlatet, wurde ein Ladedrucksensor verbaut.

Verbaut wrde ein Agricompact-2-Tank-System von der Firma Rapstruck. Es ist für den Kranführer einfach zu bedienen, relativ robust und dabei doch kompakt und läuft bislang problemlos. Einzig den Ladedrucksensor mussten wir nachträglich austauschen - eine Angelegenheit von 5 Minuten.







Chevrolet Blazer 6,2

Motor: 8 cyl., 6.200 ccm, 100 kW

Bislang gab es nur einen guten Grund, warum man den großvolumigen Wirbelkammer-Motor des Chevys nicht mit Pflanzenöl füttern sollte: Die heikle Stanadyne-Einspritzpumpe. Für die galt bisher nämlich immer: Finger weg mit Pöl! Wir haben uns trotzdem daran gewagt. Mit einem neu entwickelten Computer und jeder Menge hochwertiger Bauteile. 

Das 2-Tank-System arbeitet mit beheizten Unterflur-Zusatztanks, einer Zahnradpumpe aus dem Traktorenbereich, beheizten Kraftstoffleitungen, beheizten Filterköpfen und einer elektrischen Zusatzheizung, die unter dem Ansaugkrümmer in unmittelbarer Nähe der Einspritzpumpe angebracht ist. Dazu noch ein paar Feinheiten wie Überdruckregelung für Original-Diesel-Vorförderpumpe und Pflanzenölpumpe, 2 getrennte, abgesichte Heiz-Schaltkreise und ein temperaturabhängiger KGR. Der Computer schaltet bei Erreichen der Temperatur auf Pflanzenölbetrieb um und sorgt dafür, dass sich nach dem Pöl-Betrieb der Motor so lange nicht abstellen läßt, bis ausreichend mit Diesel gespült wurde. Im Notfall läuft der Motor also trotz Abziehens des Zündschlüssels nach und stellt dann selbständig ab. Neue Düsen und neue Glühkerzen verstehen sich von selbst. Und weil wir schon dabei waren, haben wir auch gleich eine Standheizung, die mit dem Handy aktiviert werden kann, und eine Fernglüh- und -starteinrichtung eingebaut. Selbst bei minus 30 Grad steigt man ins wohltemperierte Fahrzeug und erreicht innerhalb von 3 Minuten Pöltemperatur. Und das beste daran: Der Umbau integriert sich so gut in das Fahrzeug, dass ein Laie keinen Unterschied zum Diesel-Chevy entdecken würde. Selbst das Bedienpanel im Cockpit verschwindet hinter der Aschenbecher-Klappe. Dadurch wird der Chevy zwar zum Nichraucherauto, aber das Geld für Zigarren ist ohnehin für Umbauteile draufgegangen. 

 







Landrover Defender Pumpe Düse

Motor: 5 cyl., 2495ccm, 90kW (122,4PS)

Grosses Auto mit viel Platz für Zusatztanks möchte man meinen. Zum einen ist die Ladefläche aber eher bescheidenen, zum anderen wird sie  mangels anderer Lademöglichkeiten benötigt wie ein Bissen Brot. Daher ist die einfache Variante mit "Tank reinstellen, befestigen, fertig" nicht angebracht gewesen. Lösung: 2 miteinander verbundene Unterflur-Zusatztanks für Pflanzenöl, wobei der obere mit hinter dem Nummernschild verdecktem Einfüllstutzen befüllt wird. Zusätzliches Tankvolumen rund 80 Liter. Die Standheizung wird aus dem Dieseltank gespeist. Sie sorgt trotz 2-Tank-System für geringstmögliche Dieselphasen, denn unmittelbar nach dem Starten ist die Betriebstemperatur und damit die Pflanzenölphase erreicht. Mit der expeditionstauglichen Pflanzenölanlage ein schickes Fahrzeug.

 







John Deere 2030 Gartentraktor

Motor: 3 cyl., Yanmar

Der Gartentraktor vom Wiener Rathauspark wird immer wieder kurzzeitig gestartet und abgestellt. Ein 2-Tank-System würde bedeuten, nie mit Pflanzenöl fahren zu können, weil sich das Öl in den kurzen Betriebsphasen zu wenig aufheizt. Eine modifizierte Elsbett-1-Tank-Anlage mit besonders starker elektrischer Zuheizung, einem größeren Wärmetauscher und entsprechend umfangreicher Isolierung erlaubt einen problemlosen Ganzjahresbetrieb.







Royal Enfield Hatz Diesel Bj. 2006

Motor: Luftgekühlter Einzylinder Hatz-Diesel-Motor 1B40, Direkteinspritzung, Hubraum: 462 cm³, Leistung: 11 PS

Motorradfahren war bislang für uns Tabu - musste man doch fossilen Treibstoff verheizen, um in seiner Freizeit diesem naturnahen Hobby zu frönen. Mit dem Hatz Diesel wurde ein robuster deutscher Industriemotor gefunden, mit dem es möglich sein sollte, in der Enfield auch Pflanzenöl zu verfahren. Da es sich dabei um einen Direkteinspritzer handelt, haben wir uns für ein 2-Tank-System entschieden. Das Pflanzenöl wird mittels Wärmetauscher auf die entsprechende Temperatur gebracht und über ein manuelles Hydraulik-Ventil per Handhebel freigegeben. Um nicht die robuste Natur der Enfield und das ihr zugrunde liegende nostalgische Konzept zu stören, wurde komplett auf Elektronik oder gar Steuerungs-Computer verzichtet. Und selbst  elektrische Bauteile wurden äusserst sparsam eingesetzt: Einzige Elektrik ist das Beleuchtungslämpchen der analogen Temperaturanzeige. Damit kann auch sicher nichts kaputt gehen, was nicht auf der Expedition entlang der Seidenstrasse vom ortsansässigen Fahrradmechaniker repariert werden könnte. Da die Sache so grossen Spass macht, wird das sicher nicht unser letztes Pflanzenölmotorrad sein...

 

Falls Sie sich für ein Pflanzenölmotorrad interessieren und/oder ein solches Motorrad käuflich erwerben möchten, schicken Sie ein E-Mail mit Ihrer Anfrage an info@biotrieb.org. Anfragen zu den Fotos, die wir dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt bekommen haben, schicken Sie bitte an die Redaktion von Ökonews, zu finden unter http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1023064





Citroen Xara Picasso Bj. 2006

Motor: HDI, 66kw, 1997ccm

In diesem Fahrzeug mit HDI-Motor wurde erstmals in Österreich eine Computeranlage, die über den CAN-Bus das Steuergerät ausliest, verbaut. Mit der Anlage von  Dipl. Ing. Hans-Ludwig Schön ist es möglich, wesentliche Daten wie Drehzahl oder Gaspedalstellung aus dem originalen Steuergerät zu verwerten und daraus die notwendigen Einstellungen der Pflanzenenölanlage vorzugeben. Damit geht der Motor bei geringer Last automatisch auf Dieselbetrieb und bei zunehmender Drehzahl bzw. Temperatur auf Pflanzenölbetrieb - und das innerhalb weniger Sekunden. Damit wurde eine Entwicklung gestartet, die künftig die Pflanzenöltechnologie in das jeweilige Motormanagement integriert. Danke auch an unser Mitglied Michael Amrus, der bereit war, sein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen und durch seine Geduld und Fachkenntnis entscheidend zum Gelingen des Projekts beigetragen hat.

 

 






Deutz-Fahr Agrotron TTV1130 Bj. 2006

Motor: 7146 ccm, 110 kW/150 PS, Verbrauch ca. 30 L/h, 260 L + 90 L  Tankinhalt (2-Tank-System).

Das Fahrzeug wälzt mittels Vorförderpumpe bis zu 400L Treibstoff in der Stunde vom Tank über die Filter und die ESP in den Rücklauf und wieder in den Tank. Mit "herkömmlichen" Pumpen und Ventilen ist dieser Treibstoffmenge nicht beizukommen, dementsprechend wurden ausgewachsene Elemente verwendet und der Rücklauf wieder in den Vorlauf eingespeist. Ein Computer untertstützt beim Umschalten auf Pflanzenöl und Einhalten der Spülzyklen. Mit dem massgefertigten 90L-Diesel-Zusatztank können leichte Arbeiten im Winter auch im Dieselbetrieb problemlos ausgeführt werden, ohne in Kraftstoffnot zu kommen.

 

 

 





Iseki 321 TF

Motor: Kubota E3112, 1123 ccm, 14,7 kW, 1-Tank-System

Der Kubota-Motor gilt als bewährtes Klein-Aggregat für Rasentraktoren, aber auch als Standmotor - z.B. für Blockheizkraftwerke. Im Rahmen eines Workshops mit der Magistratsabteilung 42 der Stadt Wien, wurde der Traktor auf ein 1-Tank-System der Fa. Elsbett umgerüstet. Einzig die prekären Platzverhältnisse unter der Motorhaube verursachten Kopfzerbrechen. Kurzerhand wurde daher der Luftfilter nach aussen versetzt. Neben Wärmetauscher und beheiztem Filter wurden auch die Einspritzdüsen mit geringfügig erhöhtem Öffnungsdruck und die Glühkerzen ausgetauscht. Da das Fahrzeug einem häufigen Stopp-und-Go-Betrieb ausgesetzt ist, wird nach regulärem Ölwechsel innerhalb des üblichen Intervalls auch eine Motorölanalyse durchgeführt.

 

 

 






Lindner GeoTrac 73

Keine Motoren mit CAV- oder Lucas-Einspritzpumpen auf Pflanzenölbetrieb umbauen - das ist das ungeschriebene Gesetz der Pflanzenölgemeinde. Wir wollten es genau wissen und haben einen Lindner Traktor mit Perkins-Motor und CAV-Einspritzpumpe im Rahmen eines biotrieb Workshops umgerüstet. Bislang zeigt das Fahrzeug keine Auffälligkeiten. Wir werden es nun rund ein halbes Jahr beobachten und wenn in dieser Zeit keine Probleme auftauchen, weitere Maschinen mit den berüchtigten ESPs umbauen.

 

 

 

 






Mercedes E 220 CDI

Baujahr 2003, 110 kW, Common Rail.

Zwischenzeitlich wurden mit dem Fahrzeug rund 13.000 Kilometer problemlos zurückgelegt (Stand: 11. November 2006). 

Bei diesem Fahrzeug befindet sich die Batterie im Kofferraum. Von daher ist klar, dass ein Zusatztank mit Diesel - wie von Elsbett vorgesehen - dafür nicht in Frage kommt. Ein massgeschneiderter Zusatztank für Pflanzenöl wurde eigens gefertigt und millimetergenau in den zur Verfüng stehenden Platz eingepasst. Der Elsbett-Bausatz wurde dementsprechend umkonzipiert. Insgesamt wurden 20 Meter an Schläuchen zusätzlich verbaut. Auch nicht lustig: Wohin das Auge blickt nur Steuergeräte. Wann immer in das elektrische/elektronische System eingegriffen wird, müssen Fehlerspeicher ausgelesen und Fehler interpretiert werden. Schönes Detail: Die im Motorraum zusätzlich verbauten Komponenten können gemeinsam ausgeschwenkt werden, so dass in der Wartungssituation wesentliche Partien gut zugänglich sind. Reine Liebhaberei möchte man meinen, denn in den Umbau sind rund 70 Arbeitsstunden geflossen. Fazit: Aufwändiger, aber gelungener, sehr sauberer Umbau unserer Partnerwerkstatt Richard Hödl.

 

 

 

 









Peugeot 307 SW HDI 110

HDI Motor mit 79 kW und 1997 ccm.

Bis vor einem Jahr war die Umrüstung von HDI-Motoren noch undenkbar. Mit modernen Umbaukonzepten können nun auch diese Fahrzeuge auf Pflanzenölbetrieb umgerüstet werden. Wirtschaftlich ist dies allerdings nicht: Der geringe Verbrauch und der aufwändige Umbau lassen allein die ökologischen Argumente gelten. Besonderheit bei diesem Umbau ist der gurkenförmige Diesel-Zusatz-Tank, der zwischen Reserverad und Hinterachse unsichtbar unterhalb des Fahrzeuges untergebracht ist und durch einen eleganten Tankstutzen in der Kunststoffschürze betankt wird. Wurde vom biotrieb-Mitglied unter Anleitung selbst umgebaut. Gut gemacht, sehr elegant umgesetzt!

 




Deutz Fahr DX 6.05 Optitrac

Motor: 98 PS, Direkteinspritzer, luftgekühlt, 2-Tank-System.

Herausforderung: Durch die Luftkühlung kann nicht wie bei handelsüblichen Bausätzen auf das Kühlwasser zur Erhitzung des Pflanzenöls zurückgegriffen werden. Es sollten keine (weil fehleranfälligen) elektronischen Bauteile verwendet werden Die Umschaltung von Diesel auf Pflanzenöl einerseits und der beiden Rückläufe andererseits sollte getrennt erfolgen können. Der Originaltank wird mit Pflanzenöl befüllt, der maßgefertigte 50-L Zusatztank mit Diesel. Besonders robustes, eigens entwickltes System. 

 







SsangYong Musso

Baujahr 2006, Motor: Wirbelkammer, 88 KW, 2874 ccm, System: Elsbett, 1-Tank

Beim Firmen-Fahrzeug der Ökoenergie Wolkersdorf gabs besondere Ansprüche an den Umbau: Nachdem das Fahrzeug nur 5 Minuten vom Firmengelände zum Windrad unterwegs ist, dort unter Umständen 3 Stunden in der Kälte steht und dann weitere 5 Minuten zum nächsten Windrad unterwegs ist, kommt ein 2-Tank-System nicht in Frage: durch die kurzen Fahrtstrecken erreicht das Öl nie die notwendige Temperatur. Es musste somit ein 1-Tank-System sein, das sofortigen Start mit Pflanzenöl erlaubt. Zudem hat das Fahrzeug eine Diesel-betriebene Standheizung. Trotz 1-Tank-Lösung musste daher ein zweiter Tank für die Standheizung verbaut werden. Betankt wird dieser elegant über die originale Tankklappe. Durch harten Geländeeinsatz muss der Umbau besonders standhaft sein: eigene Halterungen für Wärmetauscher und Filter sowie Elektrik wurden hergestellt.

 

 





siehe Projektdetails dazu

 

 


Nissan Patrol KR 160

Baujahr 1981, Motor: Wirbelkammer 3,3 Liter Hubraum, System Elsbett, 1-Tank

 





siehe Projektdetails dazu

 


MB Trac 800

Baujahr 1991, Motor: Wirbelkammer 78 PS, System Biocar, 2-Tank mit adaptiertem Sondertank

 

 

 

 


VW Passat

Baujahr 2000, Motor: Direkteinspritzung, System Elsbett, 2-Tank.

 





siehe Projektdetails dazu

 

 


International Scout II

Bereits unser zweiter vereinseigener pflanzenölbetriebener PKW: International Harvester Scout II, Baujahr 1978, Motor: Nissan 3,3 Liter, Wirbelkammer. System biotrieb Eigenbau (3.-Welt-Bausatz)

 




siehe Projektdetails dazu

 

 


Mercedes 240D (W123)

Unser erster vereinseigener PKW-Umbau: Ein Mercedes 240D, Baujahr 1979. System Biocar, 2-Tank

 




siehe Projektdetails dazu


Tue, 6. Jan 2009

 
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