erste Schritte

Viele Autofahrer beginnen ihr Fahrzeug mit Pflanzenöl zu betanken, ohne umzubauen. Waren die ersten Gehversuche erfolgreich (sprich: das Fahrzeug ist nicht liegen geblieben), gehen sie davon aus, dass ihr Fahrzeug (und alle anderen auch) auch weiterhin ohne umzubauen mit Pflanzenöl betankt werden kann. „Ich bin schon 15.000 km ohne umzubauen mit Pflanzenöl unterwegs!“ Zu dieser Meinung hat auch viel ein Artikel des deutschen Auto-Magazins „Auto-Bild“ beigetragen. Damals wurde ein VW Golf mit Pflanzenöl betankt und von Deutschland bis nach Spanien und retour getrieben (http://www.autobild.de/drucken_alles.php?artikel_id=5153). Ohne gröbere Probleme zunächst.
Zumindest diese Problembereiche werden früher oder später vakant:
a) Das Startverhalten des Fahrzeugs: Bei Zumischungen ab 20 % springen die Fahrzeuge im Winter schlecht bis gar nicht an (je Modell unterschiedlich). Da wir unsere Fahrzeuge das ganze Jahr über bewegen und uns nicht laufend um Mischungsverhältnisse kümmern möchten, rüsten die meisten spätestens im Winter um.
b) Laut Studien, in deren Rahmen Motoren mit Rapsöl-/Dieselmischungen auf Motorprüfständen liefen (Universität Hohenheim; Abschlussbericht des Projekts "Motorprüflauf mit Rapsöl-Dieselkraftstoff-Mischungen" ), wurden bereits bei Zumischungen von 25 % Rapsöl Verkokungen an den Einspritzdüsen und den Ventilschäften festgestellt. Es kann sein, dass diese Verkokungen den Motorlauf nicht negativ beeinflussen. Es kann aber auch sein, dass sich die Verkokungen lösen und gröbere Schäden an der Zylinderinnenwand bzw. am Kolben verursachen, indem sie dort abbrennen. Da Sie Ihr Fahrzeug i. d. Regel nicht einmal/Monat zerlegen können, können Sie über das Ausmaß der Verkokungen auch keine Einschätzung entwickeln. Falls also der Wert des Fahrzeugs langfristig gesichert sein sollte, sollte umgebaut werden.
c) Moderne Common Rail und Pumpe/Düse-Motoren vertragen reines, nicht erwärmtes Pflanzenöl so schlecht, dass bei Zumischungen von Pflanzenöl ohne umzubauen ganze Einspritzanlagen riskiert werden. Selbst umgebaute Fahrzeuge werden daher aus Sicherheitsgründen mit Anteilen von Diesel betrieben. 

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